Was an vielen weiterführenden Schulen plötzlich als Neuerung eingeführt wird, hat an unserer Schulform bereits seit mehr als 50 Jahren Bestand.
Die Dalton-Pädagogik wurde vor mehr als 100 Jahren von Helen Parkhurst entwickelt – also zu einer Zeit, als Tablets noch Kreidetafeln waren und WLAN höchstens bedeutete: „Wir lernen analog nachmittags“. Im Kern ging es damals wie heute darum, Schülerinnen und Schülern mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen zuzutrauen.
Für Integrierte Gesamtschulen ist das keine exotische Reformidee von außen, sondern ziemlich nah an dem, was seit über 50 Jahren in ihrer pädagogischen DNA verankert ist: Lernen soll individuell, kooperativ, selbstständig und verantwortungsvoll gestaltet werden.
Die zentralen Prinzipien des Dalton-Plans lassen sich daher in fast allen IGS transparent entdecken:
Schülerinnen und Schüler erhalten im Lernprozess Freiräume. Sie sollen nicht permanent gelenkt oder kontrolliert werden, sondern lernen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Kontrollen stehen vor allem am Ende einer Unterrichtssequenz, etwa in Form schriftlicher Arbeiten.
Lernen ist an der IGS kein einsamer Kampf mit Arbeitsblättern, sondern Schüler und Schülerinnen arbeiten miteinander, unterstützen sich gegenseitig und entscheiden zugleich, ob sie allein, zu zweit oder in Gruppen lernen.
Dabei ist ein verantwortlicher Umgang mit Zeit von Bedeutung. Lernstoff und Lernziele werden für einen bestimmten Zeitraum festgelegt, die Schüler und Schülerinnen steuern ihren Lernprozess zunehmend selbst.
Kurz gesagt: Dalton-Pädagogik klingt vielleicht nicht nach pädagogischem Oldtimer, fährt aber verlässlich bereits seit vielen Jahren durch die Lande und Gesamtschulen sitzen seit Jahrzehnten ziemlich selbstverständlich am Steuer.
